Regelmäßig Impfstatus prüfen: Kammerpräsidentin rät zu Tetanus- und FSME-Impfung

Warnung vor Gefahren für die Gesundheit in der Outdoor-Saison

[Magdeburger Kurier, 18.03.2012] Vor Beginn des kalendarischen Frühlings sollte jetzt der Impfschutz überprüft werden – mit dem Beginn der Gartensaison bekomme der Schutz vor Tetanus neue Aufmerksamkeit, da sich die Erreger häufig im Boden befänden und über kleinste Wunden in den Körper gelangen könnten.
Eine Impfung halte nach vollständiger Grundimmunisierung zehn Jahre. Eine Auffrischungsimpfung sei aber schnell mal vergessen, warnt Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, und wirbt für eine regelmäßige Überprüfung des Impftstatus. Dazu gehörten beispielsweise auch Polio (Kinderlähmung), Keuchhusten, Diphterie und weitere. Gleichzeitig beginne nun auch die Zeit, dass bei der Gartenarbeit, beim Picknick oder beim Herumstreifen in der Natur sich eine Zecke an Jemanden heftet und zubeißt. War der Blutsauger infiziert, könne der an und für sich harmlose Biss böse Folgen haben. Infizierte Zecken könnten die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Eine Infektion mit dem Erreger der Frühsommer-Hirnhautentzündung könne mit einer Impfung, die bereits ab dem zweiten Lebensjahr verfügbar und gut verträglich sei, verhindert werden. Beschäftigten in Forst- und Gartenbetrieben werde diese Impfung dringend empfohlen und vom Arbeitgeber bezahlt. Alle anderen Bürger, die in ausgewiesene Risikogebiete wie Österreich, Bayern, Baden-Württemberg und auch teilweise Thüringen fahren, könnten sich impfen lassen. Schließlich seien dort die Zecken zu finden, die das FSME-Virus übertragen. Dort sei eine Impfung notwendig, erklärt die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Der Impfschutz müsse über Wochen aufgebaut werden, weshalb schon jetzt mit der ersten Impfung begonnen werden sollte. Wer bereits über einen vollständigen Impfschutz verfügt, müsse auch dabei die regelmäßigen Auffrischungen beachten.
Bei der Lyme-Borreliose dagegen sei ein solcher Schutz nicht möglich. Dafür gewinne eine möglichst frühe Diagnose und Behandlung große Bedeutung, um schwere chronische Gesundheitsschäden zu verhindern, da Borrelien (eine Bakterienart) Organe, Nervensystem, Gelenke oder Gewebe befallen. Zum Schutz vor einer FSME-Infektion müsse eine saugende Zecke schnell entfernt werden, um das Infektionsrisiko zu verringern. Die dafür geeignete Zeckenzange gebe es in jeder Apotheke oder Drogerie. Rasches Handeln schütze auch vor Borreliose, da die Krankheit durch Bakterien verursacht werde, die erst nach etwa zwölf Stunden Saugdauer in den Menschen überträten. Eine Vorstellung beim Arzt sei jedoch nur erforderlich, wenn sich die Hautrötung an der Stichstelle vergrößert. In diesem Fall sei eine Therapie mit Antibiotika zwingend erforderlich, um Spätfolgen zu vermeiden, so die Kammerpräsidentin. Ohne Antibiotika-Therapie könnten zwei Wochen nach dem Zeckenstich Symptome wie bei einer „Erkältungskrankheit“ auftreten. Wochen, Monate und manchmal sogar Jahre später komme es dann aber zur Krankheit innerer Organe, wobei meist das Gehirn, die Hirnnerven oder die Gelenke betroffen seien. Eine Impfung gegen Borreliose sei derzeit nicht verfügbar.
Weitere Schutzmaßnahmen gegen die winzigen Blutsauger seien das Tragen von langen Hosen und Socken. Zecken säßen meist im Gras oder in Sträuchern – nackte Haut in Bodennähe sei daher besonders gefährlich. Der wirksamste Schutz sei, seinen Körper genau zu inspizieren, wenn man von der Gartenarbeit oder anderen Outdoor-Aktivitäten nach Hause kommt, rät Dr. Simone Heinemann-Meerz.

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