Medikationsmanagement für chronisch kranke Patienten: Neuer Ansatz der Arzneimittelversorgung

ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben Zukunftskonzept erarbeitet

[Magdeburger Kurier, 13.09.2011] Die Apotheker des Landes Sachsen-Anhalt begrüßen ausdrücklich, dass die Regierungskoalition neue Wege in der Arzneimittelversorgung sucht:
Momentan hätten sie die Situation einer überbordenden Bürokratie und eine dadurch erschwerte Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern. Darunter litten in vielen Fällen Arzneimittelsicherheit und Therapietreue, erklärt Gerd Haese, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt. Ziel sollte doch eine engere Kooperation zwischen den Heilberufen sein, mit dem Patienten im Mittelpunkt der Behandlung, besonders dann, wenn mehrere Arzneimittel eingenommen werden und verschiedene Ärzte an der Therapie beteiligt sind.
Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben ein Zukunftskonzept erarbeitet, das in das GKV-Versorgungsstrukturgesetz aufgenommen werden sollte. Darin seien Eckpunkte festgehalten, wie die kontinuierliche Versorgung mit Arzneimitteln sichergestellt werden könne. Eine schnelle Einflussnahme auf die Arzneimitteltherapie brauche die leistungsfähige Haus-Apotheke mit ihrer EDV. Dies setze allerdings voraus, dass solche Lösungen Eingang in das neue Versorgungsgesetz fänden.
Das gemeinsame Konzept habe drei Bestandteile. Über den beiden „Säulen“ des Konzepts, dem Medikationskatalog und der Wirkstoffverordnung, bilde ein neues Medikationsmanagement das „Dach“. Das Medikationsmanagement richte sich an chronisch kranke Patienten, die mindestens fünf Arzneimittel dauerhaft einnehmen. Jeweils ein Arzt und ein Apotheker übernähmen für ein Jahr gemeinsam die kontinuierliche Betreuung. Sie erstellten und aktualisierten unter anderem den vollständigen Medikationsplan. Arzneimittelrisiken ließen sich so besser vermeiden.
Das Konzept sehe vor, dass Ärzte zukünftig Wirkstoff, Stärke, Menge und Darreichungsform verordneten. Auf allen Arzneimittelpackungen müsse deutlich lesbar der Name des Wirkstoffs verzeichnet sein. Grundlage für Verordnungen sei ein Medikationskatalog auf Wirkstoffbasis, der eine leitliniengerechte Versorgung sicherstelle. Der Apotheker wähle das Präparat aus und gebe es nach einer Beratung an den Patienten ab. Der Patient erhalte außerdem einen Medikationsplan, der ihm genau anzeige, welches Arzneimittel er in welcher Dosierung wann und wie lange einnehmen solle.

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