Goldene und Diamantene Hochzeitspaare im Alten Rathaus geehrt

Empfang bei Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper

[Magdeburger Kurier, 06.06.2012] Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing heute im Alten Rathaus Ehepaare, die im Mai 2012 ihre Goldene oder Diamantene Hochzeit feierten. Bei Kaffee und Kuchen hatten die Jubilare Gelegenheit mit ihm, seinem Stellvertreter, dem Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport Dr. Rüdiger Koch, und Frau Paque vom Seniorenbeirat ins Gespräch zu kommen. Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte Jana Beitz vom Magdeburger Georg-Phillip-Telemann-Konservatorium.
„Der feierliche Empfang der Jubelpaare ist mehr als eine schöne Tradition“, so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Er ist vor allem Dank und Anerkennung für ihre Treue zu Magdeburg und die geleistete Arbeit. Die Paare haben den Wandel der Zeiten, aber auch die Veränderungen in unserer Stadt über Jahrzehnte miterlebt, begleitet und selbst gestaltet. Heute beteiligen sich ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger auf verschiedenen Ebenen an der Gemeinwesenarbeit. Ich danke daher allen, die sich im Alter ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren.“
In die Gratulation schloss das Stadtoberhaupt Erinnerungen an die Jahre 1952 und 1962 ein und betrachtete die stadtgeschichtlichen Ereignisse: „Die 50er und 60er Jahre standen ganz im Zeichen des Neuanfangs und waren geprägt von zahlreichen Veränderungen.“
So wurde im Januar 1952 die Poliklinik Südost am Klosterhof eröffnet und war damit die zweite städtische Poliklinik Magdeburgs, der Magdeburger Tierpark erhielt seinen ersten Bären, die Übermauerung der Bärstraße, heutiger Bärbogen, am Breiten Weg wurde fertig gestellt, nach einjähriger Rekonstruktionsarbeit konnte der Sportplatz am Königsweg wieder genutzt werden und die Sportstätte erhielt den Namen Heinrich-Germer-Stadion. Im September wurde als erster Brückenneubau der DDR die Wilhelm-Pieck-Brücke dem Verkehr übergeben und der Vorort Ottersleben wurde mit seinen 16.000 Einwohnern nach Magdeburg eingemeindet.
Darüber hinaus prägten aber auch grundlegende gesellschaftliche Umbrüche in der DDR das städtische Geschehen: So gab es ab Mai 1952 in Magdeburg sechs Stadtbezirksverwaltungen. Durch diese Dezentralisierung sollte die Verwaltungs­arbeit verbessert werden. Am 23. Juli wurde das „Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Ländern der DDR“ beschlossen und damit die Auflösung der Länder verfügt. Am 25. Juli beschloss daraufhin der Landtag von Sachsen-Anhalt seine Selbstauflösung und die Bildung der Bezirke Halle und Magdeburg. Magdeburg wurde Hauptstadt des gleichnamigen Bezirkes.
Das Jahr 1962 war noch vor allem geprägt durch den Bau der Mauer im Jahr zuvor und die damit einhergehende jahrzehntelange Teilung Deutschlands sowie die Kubakrise. Es war eine Zeit des Auf- und Umbruchs. Die Trümmer des Krieges waren beseitigt und die Bezirkshauptstadt Magdeburg wurde zur Arbeiterstadt und zur Stadt des Schwermaschinenbaus.
So entstand am 1. Januar das erste Baukombinat in Magdeburg. In ihm wurden bis dahin selbstständige Betriebe, wie VEB Bau, Wohnungsbau, Ausbau, Baustoffwerk, Kieswerk und Natursteinwerk zusammengefasst. An der Technischen Hochschule „Otto von Guericke“ wurde ein programmgesteuertes Rechenzentrum in Betrieb genommen, die Elbeschwimmhalle wurde eingeweiht und das Lehrbecken des Sportclubs „Aufbau“ wurde als erste Trainingsstätte dieser Art übergeben, der Eingang des Hauptbahnhofes am Platz der Volkssolidarität (heute Kölner Platz) wurde fertig gestellt und das Lehrerbildungsinstitut erhielt den Status eines Pädagogischen Instituts. Darüber hinaus fanden in Magdeburg 1962 der VII. Deutsche Bauernkongress und die 1. Magdeburger Telemann-Festtage statt.
51 Paare, die in den vergangenen Wochen ihre Goldene Hochzeit feierten und 19 Diamantene Hochzeitspaare waren zum heutigen Empfang geladen. Viele von ihnen nutzten die Gelegenheit, um Wünsche zu äußern, Anregungen weiterzugeben und Fragen zu stellen. Als Zeichen der Ehrung wurden den Goldenen Paaren Urkunden und eine Rose, den Diamantenen Paaren Glückwunsch­urkunden des Ministerpräsidenten und der Stadt sowie ein Blumenstrauß überreicht.

1952 wurden in neun Magdeburger Standesämtern 2.558 Ehen geschlossen, 1962 ließen sich in vier Standesämtern 2.674 Paare trauen. Im Jahr 2011 entschlossen sich lediglich 922 Paare zum Ja-Wort. Im letzten Jahr wurden in Magdeburg 824 Goldene, 213 Diamantene, 33 Eiserne sowie vier Gnaden­hochzeiten begangen. In diesem Jahr werden es voraussichtlich sogar über 950 Goldene, über 270 Diamantene, 55 Eiserne und 6 Gnadenhochzeiten sein. Allein im Juni wird es 115 Goldene, 20 Diamantene und 2 Eiserne Hochzeiten geben. Dies ist der bisherige Spitzenreiter.

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