Beratungstelefon der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt soll Vertraulichkeit bieten

Häufig Fragen zu Verträglichkeit und Wechselwirkungen von Medikamenten

[Magdeburger Kurier, 29.01.2012] Vertrauliche Gespräche sollen nach Angaben der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt in jeder Apotheke möglich sein – bei Bedarf sei sogar ein separater Beratungsplatz oder Beratungsraum für diskrete Gespräche vorhanden. Doch manchmal gebe es Probleme, mit denen sich interessierte Frauen oder Männer lieber dem anonymen Beratungstelefon der Apothekerkammer anvertrauten:
Häufig erreichten sie Fragen zu Verträglichkeit und Wechselwirkungen von Medikamenten. So dürften beispielsweise Patienten mit Nierenschäden einen Großteil der frei verkäuflichen Schmerzmittel nicht einnehmen, denn viele Schmerzmittel belasteten die Nieren zusätzlich und könnten diese weiter schädigen. Wenn solche Patienten Schmerzmittel benötigen, müssten sie vorher einen Arzt konsultieren“, erklärt Dr. Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt.
Auch zu neuartigen Produkten, die mit vielseitigen gesundheitsfördernden Wirkungen beworben werden, träfen viele Fragen ein. Patienten, die den Werbeversprechen glauben, übersähen meist, dass es sich bei einigen Produkten meist „rein pflanzlichen“ Ursprungs nicht um Arzneimittel handele. Für diese Produkte gebe es weder wissenschaftliche Nachweise für die Wirksamkeit noch eine garantierte Qualität der Inhaltsstoffe – im günstigsten Fall seien diese Produkte nur wirkungslos, sagt Dr. Münch. Aber manche pflanzliche Produkte könnten ein „böses Erwachen“ mit sich bringen – wer beispielsweise Johanniskraut im Winter gegen Depression einsetzt und mittendrin einen Sommerurlaub einschiebt, könne im Urlaub mit allergischen Hautausschlägen konfrontiert werden. In solchen Fällen werde den Patienten empfohlen, sich in der Apotheke über wirksame Alternativen zu den beworbenen Produkten beraten zu lassen, um Überraschungen zu vermeiden.
Das Beratungstelefon der Apothekerkammer ist immer donnerstags von 14 von 16 Uhr besetzt. Die Apotheker Andreas Haese und Dr. Detlef Klauck beantworten Fragen zu Arzneimitteln und Produkten zur Gesundheitspflege unter der Rufnummer (0391) 62 02 93 78.

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